von Thomas Groh9. Juni 2013
Mit fast 700.000 Euro (aus einem Gesamttopf von 1,5 Millionen) fördert die FFA die Veröffentlichung und Bewerbung von DVDs der Filme KOKOWÄH 2 (Til Schweiger) und SCHLUSSMACHER (Matthias Schweighöfer).
Für die damit begünstigten, notorisch Not leidenden Underground-Firmen Warner Bros. (u.a. die Experimentalfilm-Programmkino-Klassiker MATRIX, HARRY POTTER) und 20th Century Fox (u.a die in studentischen 16mm-Filmclubs beliebten Filme S...
Ästhetik? Politik? Jury-Dynamik? Was uns die Palmen lehren...
Aus ganz sicherer Quelle wisse sie, flüsterte mir meine Istanbuler Freundin Nil wenige Minuten vor der Preisverleihung zu, dass die Goldene Palme an Asghar Farhadi ginge. Sorrentino bekomme den "Grand Prix". "Und Kechiche?", frage ich entsetzt. "Nothing for him!"
Zuvor schon hatte die Gerüchteküche gebrodelt, und in all dem Namenswirbel tauchte der spätere Sieger n...
Drei Gespräche zum Abschluss
Neulich in Oberhausen im "Transatlantic" meinte Lena - schönen Gruß! - ich habe "wohl in jedem Festival Dein Stammlokal". Nun, ganz so ist es nicht, aber in manchen halt schon. Anderes entwickelt sich dann auch erst nach Jahren. Aber im Sturm des Festivalbetriebs sind verlässliche Lokale ein Hafen, besser gesagt eine Oase, denn was zu trinken muss es ja auch geben. Vor allem aber Menschen. Lokale Bars, "Kneipen...
Außergewöhnliche Filme erfordern außergewöhnliche Entscheidungen: Steven Spielberg entpuppt sich als der Sozialliberale der er ist, und prämiert mit seiner Jury einen Lesbenliebesfilm im Geist der Aufklärung
"We take an extraordinary decision", sagte Steven Spielberg, und man fürchtete schon Schlimmes, "we award three artists on stage…" Eine konservative Jury habe konservative Preise vergeben - so glaubte man bis zu diesem Augenblick...
Spekulationen und erste Preise
Es war dann doch nicht der beste Film, des Festivals am Samstagabend. Allerdings ein sehr spannender. Nach gutem Anfang fehlte allerdings das Happy End, stattdessen war das Finale der Championsleague leider der zu erwartende Sieg des Konformismus und des großen Geldes über das Herz. Parallel dazu lief Hitchcocks VERTIGO in einer restaurierten Version, ein Stück darüber, warum die realisierte Phantasie der ult...
Hängt ihn höher: Hopp oder Top, Finale in Cannes
"In Staub mit allen Feinden Brandenburgs!"
Heinrich von Kleist; PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG
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"Natürlich sind wir hier alle für Dortmund.", sagt Meinolf, einer der wenigen deutschen Fernsehredakteure, die noch wirklich Kinofilme produzieren, und nicht nur Fernsehfilme mit Kinoaufführung. Heute Abend ist es soweit:
Championsleague-Finale! Es ist schon Ritual, das hier zu gucken, abe...
Bunga-Bunga-Kino: Bad movies from good directors, bad movies from bad directors
"Die Sprache ... kann die Seele nicht malen, und was sie uns gibt, sind nur zerrissene Bruchstücke." - so Heinrich von Kleist vor etwas mehr als 200 Jahren. Auf Kleist müssen wir uns jetzt sowieso langsam einstellen. Ein radikaler Künstler, von dem wir Kritiker, wie auch mancher Filmemacher sehr viel lernen können. Kleists Radikalität bestand gerade darin, dass ...
Parfüm, Paris, Prada; und Kindergeschichten; und die Macht der Vergangenheit und der deutsche Film als Phantasma und Ideologie
"Of all the arts, cinema is the most important for us."
Wladimir Illyich Lenin, 1919
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Diesmal prägt die ersten Festivaltage eine auffallend gute Programmierung. Als ob Thierry Fremaux dem unangefochtenen Meister dieser Klasse, Ex-Venedig-Boss Marco Müller, Konkurrenz machen wollte, webt er ein dichtes Netz aus B...
von Elisabeth Maurer19. Mai 2013
Kürzlich berichtete mir jemand von einem Filmwissenschaftler, der die Meinung vertritt, ein jeder gute Film lasse sich auf eines seiner Bilder komprimieren, welches seinen Kern – wohl den inhaltlichen wie den ästhetischen – einfängt. Ich habe es nur erzählt bekommen und vielleicht verstehe ich es ja auch falsch, aber so hingesagt, kann man nichts anderes denken als: Viel mehr Verachtung für das, was Film ausmacht, kann man wohl kaum vorb...
Das grüne Licht von Cannes und die Macht der Imagination
Eine Party von Baz Luhrmann - da wären wir schon gern zu Gast. Wenn da nur zehn Prozent von dem los ist, was er in seinen Filmen so zeigt, dann wäre es bestimmt die beste des Festivals: Überbordend, exstatisch, verrucht. Und so wie es jetzt böse wäre, zu sagen, dass Luhrmann vielleicht besser Partyveranstalter geworden wäre, als Filmemacher, so darf man umgekehrt formulieren, da...