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© BBC America

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Eine Art „Loach-Approach to Biters“ für alle die, die trotz besseren Wissens sich vom „Überhype“ um THE WALKING DEAD vereinnahmen ließen und doch immer wieder die neueste Episode, äh, nun, „eingeschaltet“ haben um sich wiederum enttäuscht zu sehen, wie schamlos unoriginell die von Romero damals in seiner klassischen Trilogie entwickelten Standards und Plotelemente aufgewärmt, breitgetreten oder zu Tode gequatscht wurden, Konflikte künstlich erzeugt und endlos geschürt, Erwartungshaltungen zwar geweckt, deren Erfüllung aber so lange verzögert wurde, bis es einem fast schon egal war und man lediglich von der plötzlich verspürten Enttäuschung über die lausige Umsetzung dieser längst überfälligen Konfliktauflösung an diese erinnert wurde.

Äh, wie auch immer… die Spielumsetzung von TELLTALE dagegen war grandios, keine Frage… aber zurück zu IN THE FLESH… Die im Frühjahr auf BBC Three und kürzlich auf BBC AMerica ausgestrahlte Produktion mag kein Meisterwerk sein, in Grundidee und Ausführung aber weitaus origineller und interessanter als das AMC-Flagschiff. Die Untoten sind hier keine ebenso unheilbaren wie -bringenden Fressmaschinen, sondern an PDS (Partially Deceased Syndrome) leidende, mittels Medikamentencocktail und psychologischer Betreuung therapierbare Kranke, die als „reassimilated Undead“ ihren Weg zurück in die Gesellschaft finden müssen – was angesichts ihrer vorübergehenden, blutigen „Entgleisung“ verständlicherweise nicht leicht fällt, weder ihnen noch den überlebenden „Normalsterblichen“, deren Angehörige, Freunde und Geliebte kurzfristig auf dem Speiseplan der PDS-Kranken landeten.

Dominic Mitchells eher (ausschließlich?) allegorische Lesart des Zombiemotivs tritt womöglich doch etwas zu deutlich in den Vordergrund, v.a. da es hier nicht nur in einer Hinsicht für „Otherness“, für das gesellschaftlich Ausgegrenzte, Nichttolerierte herhalten muss. Und der vergleichsweise kurzen Laufzeit von drei Folgen ist es wohl zuzuschreiben, dass dramaturgisch doch vieles arg zugespitzt erscheint und vieles an Potential nicht ausgeschöpft wird. Auch weicht der durchaus satirische Ansatz des Beginns sehr schnell emotionaler (Melo)Dramatik und tödlichem Ernst („BOY A mit Zombies“, wie es etwa in einer weniger wohlwollenden Kritik hieß, trifft es ganz gut). Vielleicht dennoch der Beweis, dass das Motiv (und vielleicht im Gegensatz zu dem des „Superhelden“, wie es kürzlich in einer Polemik zum MAN OF STEEL anklang) möglicherweise noch nicht völlig ausgelaugt/outdated ist? Zumindest meinen das offenbar auch die Franzosen, die kürzlich mit LES REVENANTS auf den „Zug der Untoten“ aufgesprungen sind…

Die Serie wird 2014 fortgesetzt, Staffel eins findet man auch komplett auf youtube, in besserer Qualität aber in anderen „einschlägigen“ Quellen… ebenso den „French take to the genre“… Brad Pitt natürlich vorerst nur im Kino…

Mehr bei: Wired | the guardian | Variety

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