von NEGATIV24. Dezember 2010
Inception – eine PolemikNegativ hat mich eingeladen, über einen beliebigen, aber bewegenden Film der letzten 10 Jahre zu schreiben. Eine aggressive, heiße Polemik sei gestattet, eine glühend euphorische Lobrede auch. Eine kühl abwägende Analyse ist hingegen nicht gefragt an dieser Stelle. Nun, das ist der Normalzustand. Bekommt man als Universitätsphilosoph einmal eine Anfrage zu Film oder Kunst, dann fehlt selten der Zusatz, aber nicht (...
von NEGATIV23. Dezember 2010
Das Glück spricht FranzösischUn Conte de Noel von Arnaud Desplechin ist der beste Film des JahrzehntsJede Ästhetik hat ihre eigene Moral. Dass dies eine Weihnachtsgeschichte ist, ist daher nicht der Jahreszeit geschuldet. Es ist einfach so, dass das beste Kino aus Frankreich kommt. Schon wahr: Man könnte hier auch ein paar Filme aus China nennen, vor allem von Wong Kar-wai, sein wunderbares Traumspiel 2046 zum Beispiel, und Infernal Affairs v...
von NEGATIV22. Dezember 2010
Eigentlich wissen wir doch alle, dass bei zahlreichen Filmfestivals in der ganzen Welt die Retrospektive oft das eigentlich Spannende und Erkenntnisreiche für filmisches Neuland ist, gerade wenn sie einem Ausnahmeregisseur gilt, der außer im eigenen Lande und bei Filmexperten sonst leider viel zu wenig bekannt und anerkannt ist und durch solche eine Leistungsschau einem größeren und oft jüngeren Publikum zugänglich gemacht und dadurch von e...
von NEGATIV21. Dezember 2010
Eine eilige Mail der Negativ-Redaktion: Man hat mich vergessen. Eigentlich wollte man mir schon vor Wochen Bescheid sagen, irgendwie wurde es verbaselt, jedenfalls gibt es da diesen Adventskalender, ob es nicht möglich wäre, bis morgen… Aber klar. Wer könnte schon widerstehen, wenn mein „hoher persönlicher Bekanntheitsgrad“ Schuld ist am Durcheinander, wenn es wert ist, mich zu „bekommen“, und wenn ich sogar, als Kulanz, irgendeinen...
von NEGATIV20. Dezember 2010
Der Schock kommt über den Ton: „Meine letzten Herzschläge, ich werde gleich sterben", denkt der junge Dealer. Man hört es aus dem Off - ebenso wie vorher der überraschende Schuss. Ein Polizist hat ihm von hinten eine Kugel in den Leib gejagt. Der Herzschlag wird langsamer, der Dealer halluziniert, dann folgt eine Minute Stille. Nie waren im Kino die letzten Sekunden eines Menschenlebens so hautnah mitzuerleben. Gaspard Noés Film Enter the...
von NEGATIV19. Dezember 2010
Wie entstehen eigentlich deutsche Filmtitel? Man kann sich das Szenario ungefähr so vorstellen: Im Büro der Verleihfirma sitzen die leitenden Angestellten nebst internem Kreativpersonal und brüten über ihre neueste zu vermarktende Produktion, mit der sie nicht viel anfangen können. Wahllos werden Vorschläge in die Runde geschmissen, die immer absurdere Züge annehmen. Bis schließlich das PR-Mäuschen hinten links die rettende Idee hat: „...
von NEGATIV17. Dezember 2010
Der Trailer versprach eine fulminante Stilübung in Sachen Bahnhofskino. Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, sein langjähriger Verbündeter in der Etablierung einer Filmgeschichte von unten, realisierten als Double Feature eine Hommage an die in Vergessenheit geratenen Genrefilme der 1970er und 1980er Jahre. Abgerundet wurde das Programm durch Trailer imaginärer Filme, von denen Rodriguez inzwischen das subversive Revenge-Movie Machete (USA...
von NEGATIV16. Dezember 2010
Bei einem Film einzuschlafen, gilt für gewöhnlich nicht gerade als Indiz für dessen Qualität. Ich habe mich schon mehrfach von Solaris in den Schlaf singen lassen. Es ist das Gefühl, tief durchzuatmen und dem Lauf der Welt – für gut 90 Minuten wenigstens – bedingungslos zu vertrauen, endlich anzukommen: „Everything we’ve done is forgiven. Everything.“Als der Film 2002/2003 unter Steven Soderberghs Regie als Neuverfilmung des berü...
von Dennis Vetter15. Dezember 2010
Zum ersten Mal sah ich Hulla mit kaum mehr als einem halben Dutzend anderer Zuschauer (einschließlich Regisseur Varma und seiner Frau) an einem verschlafenen Samstagmorgen 2008 auf dem Bollywood & Beyond-Festival in Stuttgart. Was Hulla danach widerfahren ist bzw. angetan wurde, ist eine der größeren Tragödien der jüngeren indischen Filmgeschichte – und leider auch symptomatisch für den Umgang der Corporates mit ihren Produktionen und...
von NEGATIV14. Dezember 2010
In terms of the creative talent involved, Pen-Ek Ratanaruang’s Invisible Waves is a continuation of his previous film Last Life in the Universe (2003) as it reunites the Thai director with his transnational team of cinematographer Christopher Doyle, composer Hualampong Riddim, leading actor Tadanobu Asano and screenwriter Prabda Yoon. However, in critical and commercial terms, Invisible Waves did not continue their initial flush of good fortune...