Die Neue Rumänische Welle 2: Die glücklichsten Blicke der Welt

Gestern ist mit THE HAPPIEST GIRL IN THEWORLD die zweite Folge einer vierteilige Reihe zur Rumänischen Welle in Darmstadt gelaufen. Sie findet jeden zweiten Mittwoch im Rex Kino statt, jeweils ab 20:30 Uhr. Aus Budgetgründen handelt es sich um Filme, die in deutschen Kinos bereits gelaufen sind, wenn auch nur in kleinem Rahmen. Vor jedem Film darf ich eine kurze Einführung halten. Ich danke Andreas Heidenreich, Lena Martin und dem Film...

Die Neue Rumänische Welle 1: Film, Verb

Heute ist mit POLICE,  ADJECTIVE eine kleine, vierteilige Reihe zur Rumänischen Welle in Darmstadt gestartet. Sie findet jeden zweiten Mittwoch im Rex Kino statt, jeweils ab 20:30 Uhr. Aus Budgetgründen handelt es sich um Filme, die in deutschen Kinos bereits gelaufen sind, wenn auch nur in kleinem Rahmen. Vor jedem Film darf ich eine kurze Einführung halten. Ich danke Andreas Heidenreich, Lena Martin und dem Filmkreis der TU Darmstad...

Wir wollen alle mittanzen

Gestern Nacht, nach 100 Seiten Bazin-Bashing von Modernisten und Postmodernisten, und nach einigen Zeilen zu Renoirs DIE SPIELREGEL, habe ich mehrmals dieses Video angeschaut. Vor allem die Passage, in welcher Tilda Swinton anfängt zu tanzen und das Kino betritt (Timecode 1:17). Ihre Bewegungen und ihr Gesichtsausdruck dabei zählen zum Schönsten, das ich, selbst in diesem vollen Kinoapril, gesehen habe. Ich musste an das denken, was Stefan i...

Schmier 101

Vorab - wer sich für die filmhistorischen und politischen Hintergründe der jugoslawischen Schwarzen Welle interessiert, kann hier einiges darüber lesen: Eine Liste von Texten dazu bei MUBI, gepaart mit einer ausführlichen Liste von Filmen Ein Feature in der taz, stark orientiert an dem Essay im Festivalkatalog Zwei Texte vom Berliner arsenal anlässlich von zwei Filmreiheneihen aus den Jahren 2006 und 2011 Eine Vorstellung einiger...

Miklós Jancsó – Bilder der Gefangenschaft

Es ist grausam, einen Film zu schauen und an der Schönheit seiner Bilder zu verzweifeln. Mit jeder neuen Einstellung trauerte ich der vorigen in MY WAY HOME (1964), dem ersten Film der Miklós Jancsó Retrospektive bei goEast, nach. Ich hatte permanent den Eindruck, dass jedes Bild die vorigen verdrängt und langsam ergriff mich die Angst, dass ich sie womöglich noch vergessen werde. Jancsó müsste man vermutlich wiederholt schauen, und je...

Eine sinnliche Erfahrung – The Master

Es ist irre, und nach all den Texten, die seinen bisherigen Festivalkreislauf begleiteten, liegt nichts ferner als die Erwartung, THE MASTER könne sich als Ansammlung von sinnlichen Erfahrungen im Gedächtnis einprägen. Er war der erste Film dieses Jahres, den ich unbedingt noch einmal sehen wollte, was ich gestern, einen Tag nach dem ersten Mal, tat. Mit der Hoffnung auf eine Erweiterung der sinnlichen Erfahrung war ich jedoch falsch beraten, ...

Mutter, tot, nackt

Nachdem ich DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM schaute, bekam ich Lust, BLUTIGER FREITAG zu schauen. Von dem zweiten kenne ich nur die ersten fünf Minuten, die Thomas Groh in Facebook verlinkte, um auf die Vorführung am 1. Februar in Berlin aufmerksam zu machen. Das kam daher, dass in dem eben geschauten Schlöndorff auch Schmuddel zu sehen war, aber durchaus bourgeois umrahmt: Katharina Blum als Zielscheibe der Boulevardpresse und de...

Larisa Shepitko

von Ciprian und Michael "..at the time of her sudden death, [Larisa] Shepitko was hot property on the international film circuit: she was young for a film-maker; she was strikingly attractive; her exquisite masterpiece The Ascent had won the prestigious Golden Bear at the 1977 Berlin festival." schrieb Larushka Ivan-Zadeh 2005 in THE GUARDIAN, anlässlich einer ersten Werkschau der Regisseurin im Westen, auf dem Leeds International Film Fes...

Was ist ein guter Film? Eine unscharfe Antwort.

Jeder, der einen Film sieht, wird automatisch zu dessen Kritiker. Oft werden banale Kommentare wie „langweilig“ oder „spannend“ ausgesprochen. Derlei Adjektive aber stehen nichtssagend im Raum, sie verraten uns lediglich, daß der Rezipient seinen individuellen Maßstab von „langweilig“ oder „spannend“ erfüllt sah. Die Konstitution dieses Maßstabs, also das Warum der Langeweile oder Spannung, wird nicht erläutert. Viele...

Almost made it – For Ellen

Eine Ehefrau, eine fünfjährige Tochter (Ellen) und ein Plattenvertrag, der zur immanenten Scheidung führte. Seine Tochter sieht der Mann zum ersten Mal nach gut einer Stunde Film. Diese präzise Beschreibung der ersten vier Einstellungen des Films, geschrieben von Elisabeth letztes Jahr während der Berlinale: Das Straßenschild zeigt zwei Pfeile in verschiedene Richtungen, der junge Mann im Auto flucht. Er fährt, wir erfahren nicht ob ...
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