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Wenn ein Filmkritiker die Seiten wechselt… – die 120 Tage von Caligari, Folge 1

von | 29 Mai 2015 | Rüdiger Suchsland auf Filmtour | 0 Kommentare

Auf Filmtour mit VON CALIGARI ZU HITLER

An diesem Ort muss ich nun öfters „Ich“ sagen, als etwa in den Blogs aus Cannes. Denn ich bin zwar Filmkritiker und Autor, aber nun habe ich einen Film gemacht, und nun ist es tatsächlich soweit: Mein erster eigener Film, der Dokumentarfilm VON CALIGARI ZU HITLER hat Kinostart! Ab 28.5., also an diesem Donnerstag geht es los, bei Real Fiction, mit 25 Kopien. In Hamburg läuft der Film sogar in einem richtigen Cineplex, dem Cinemaxx – was ich nicht gedacht hätte, und wohl als Kompliment sehen darf.

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Wenn man als Filmkritiker einen Film macht, gibt man sich natürlich allerlei Blößen, macht sich angreifbar. Aber gerade alle, die immer mal erleben wollten, wie es ist, wenn ein Filmkritiker die Seiten wechselt, die vielleicht sogar hoffen, zu erleben wie er auf die Nase fliegt, haben keine Ausrede mehr. Jetzt muss man ins Kino gehen!

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In den nächsten Wochen werde ich in vielen Städten auf Filmtour sein, Vorstellungen meines Films begleiten, und danach mit dem Publikum diskutieren. Darauf freue ich mich wahnsinnig! Eine weitere neue Erfahrung bei diesem ganzen Projekt, das schon bisher viele neue Erfahrungen gebracht hat.

Gestern war ich schon in Frankfurt, heute, am Freitag, 29. Mai, bin ich in Nürnberg, um 20 Uhr im „Casablanca„, (Brosamerstraße 12). In der Reihe „Kino mit Courage“, in der der Film gezeigt wird, fühle ich mich besonders gut aufgehoben.

Morgen dann werde ich schon um 18 Uhr in Köln in der „Filmpalette“ sein (Lübecker Str. 15), und am Sonntag um 19 Uhr „Bambi Filmstudio“ in Düsseldorf (Klosterstraße 78) sein. Der Bambi-Chef war einer der ersten, die den Film gesehen hatten, gleich bei seiner Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig. Und er hatte ihn gleich eingeladen. Das hat Mut gemacht.

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Weitere Termine sind:

Mittwoch, 3.6., 19.00 Uhr Kinemathek/Metropolis Hamburg (Kommunales Kino, Kleine Theaterstraße 10)

Samstag, 6.6., 20.15 Uhr, im „Rex Darmstadt“ (Wilhelminenstr. 9) in der bisher leider einzigen Darmstädter Vorstellung

Sonntag, 7.6., 15.00 Uhr fsk Kino in Berlin (Segitzdamm 2)

Mittwoch, 10.6., 19.30 Uhr im „Caligari Kino / Haus des Dokumentarfilms Ludwigsburg (Akademiehof 9, Seestraße 25)

Sonntag 14.6., in München im Theater Kino zur Matinee

Hier kann man alle Termine nachlesen, und auch erfahren, in welchen Städten und wann der Film genau läuft.

Und es gibt natürlich auch drei in vieler Hinsicht besondere besondere Vorführungen beim Festival des Deutschen Films in Ludwigshafen.

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Und wie das so ist: Ich brauche ALLE Unterstützung – in den sozialen Netzwerken und die gute alte Mundpropaganda. Auch Verrisse und Geläster sind besser, als dass gar nicht über den Film geredet wird.

Ich freue mich natürlich auch über filmkritische Begleitung des Kinostarts…

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In den folgenden Wochen will ich hier von meinen Erlebnissen und Lektüren erzählen, und versuchen, zu beschreiben, wie es einem Filmemacher so auf einer Filmtour ergehen kann. Ich werde dabei auch immer wieder mal zurückblicken, und erzählen „was bisher geschah“: Warum ich überhaupt einen Film gemacht habe, und warum gerade diesen. Wie es auf den verschiedenen Festivals war. Und was ich alles Neues darüber gelernt habe, wie ein Film ins Kino kommt, und wie man sich als Regisseur dabei fühlt. Ich hoffe, dass meine eigene Haltung dabei ironisch sein wird, auch selbstironisch, neugierig und klar. Nicht zu narzisstisch, sondern distanziert, wenn nötig, ansonsten engagiert.

Was ich auch tun werde: Ein bisschen über meine Kollegen im Aus- und vor allem Inland schreiben. Über ihre Form auf meinen Film zu reagieren – oder eben nicht. Ich werde dabei kein Blatt vor den Mund nehmen, selten diplomatisch sein, sondern wie gewohnt schreiben, was ich denke. Die, die mich persönlich kennen, wissen, dass das keine Drohung ist, sondern ein Versprechen an die Leser. Denn für sie, für Kinogänger und Kinomacher, für die Cinephilen, auch aber nicht nur unter den Kritikerkollegen, ist dieser Blog geschrieben, so wie auch der Film für sie gemacht ist.
Die, die mich persönlich kennen, wissen auch: Ich könnte vielleicht schon anders. Will ich aber nicht.

Mal sehen, was draus wird. Jedenfalls herzlich willkommen!

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