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WINTER SLEEP, Copyright: Cannes Filmfestival

WINTER SLEEP, Copyright: Cannes Filmfestival

Ein Preis für die türkische Jugend

Ich möchte diesen Preis der türkischen Jugend widmen. Denen, die im vergangenen Jahr ihr Leben verloren haben.“ – deutlicher konnte er kaum werden: Der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan gewinnt für seinen Film WINTER SLEEP die Goldene Palme von Cannes. 32 Jahre nach YOL gewinnt damit wieder ein türkischer Film diese wichtigste Auszeichnung des internationalen Autorenfilms.

Dieser Preis kam erwartungsgemäß, Celan hatte schon vor Beginn des Festivals zu den Favoriten gehört.
Überraschend war dagegen der „Große Preis der Jury“ für die Italienerin Alicia Rohrwacher. Ihren Film LA MERAVIGLIE hatte kaum einer der Beobachter auf der Rechnung für „Silbermedaille“ des Festivals.

Skandalöserweise völlig leer aus gingen dagegen die Filme von der Japanerin Naomi Kawase und vom Argentinier Damián Szifrón. Immerhin prämierte die Jury keinen der „üblichen Verdächtigen“, der auch ästhetisch alten grauen Männer des europäischen Autorenfilms: Weder Ken Loach, noch Mike Leigh, noch die Dardennes bekamen eine Auszeichnung.

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Der Preis der Jury wurde geteilt: Damit speiste man den jüngsten und den ältesten Regisseur im Wettbewerb gleichermaßen ab: Xavier Dolan und Jean Luc Godard. In seiner Dankesrede wandte sich Dolan persönlich an seine Imaginäre Mutter Jane Campion: „DAS PIANO war der erste Film, den ich mit meiner Mutter zusammen gesehen habe.

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Das beste Drehbuch gewann der Russe Andrej Zwagintsev für LEVIATHAN. Die Schauspielpreise gingen an Julianne Moore für David Cronenbergs MAPS TO THE STARS und an Timothy Spall für MR. TURNER.