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Erster Schlüsselmoment in BLACK HAWK DOWN. Der Sturz eines der Black Hawk Hubschraubern.

 

Zusätzlich zum allgegenwärtigen Melodram und zu den verschiedenen Figuren, die emotional in den Vordergrund des Geschehens in BLACK HAWK DOWN treten, zu den emotionalisierenden oder ästhetisch reizenden Darstellungen von Kriegsszenen und ihren Ausgangssituationen, bewegt sich dieser Film zwischen zwei Schlüsselmomenten, die seine Ambivalenz der Lesart illustrieren:

1. Black Hawk Down

Kurz bevor die Situation verbal festgehalten wird, wie in den Untertiteln auf dem Bild zu sehen, wird ein blaues Farbfilter eingefügt, welches das Bild abstrahiert, ihn in einer ideellen Ebene versetzt

 

Ein Film, der weniger als 24 Stunden wiedergibt und somit eine einzige militärische Aktion. Minutiös geplant, sollte diese 30 Minuten dauern – die amerikanischen Trupps sollten in die Stadt eindringen und den Führer des grausamen Militärregimes verhaften. Eine hohe Anzahl an Hubschraubern, gepanzerten Wagen, Soldaten, Waffen, dazu noch der bis ins kleinste Detail orchestrierte Ablauf der Aktion versagte in einem einzigen Moment: Die Amerikaner haben nie die Möglichkeit ihrer Vulnerabilität eingeräumt. Und sobald sie doch bewiesen ist, sobald ein Hubschrauber abstürzt, wird dieser Aspekt, so die Inszenierung des Films, zum Anlass für ein Desaster

2. No one gets left behind

Dieser Ignoranz ist ihr Zusammenhalt entgegengesetzt. „No one gets left behind“ ist vielleicht die meist verwendete Parole im Film, die oberste Direktive, die Kompensation für die Ignoranz und die Motivation für die US-Kriegsmaschinerie, die als große Familie, als einheitliche Masse, funktionieren soll. Und sie tut es, filmisch genährt durch die Präsenz eines Casts, aus welchem die größten Stars der nächsten Jahre hervorsprießen sollten.

Der Film bietet also eine These und eine Antithese und, zusätzlich, durch das dargestellte visuelle Gore, positioniert sich gegen den Krieg, wird zum Antikriegsfilm. Doch, bei der Prägnanz der zwei geschilderten Grundideen ließe sich Black Hawk Down wie in meinem Fall, nicht als Kriegsfilm, sondern als politischer Film lesen. Das großartige daran – dem Zuschauer bleibt überlassen, wie die Synthese zwischen den zwei ideellen Momenten, zwischen „We got a Black Hawk down.“ und „No one gets left behind.“, auszusehen hat.